Schwerbehinderung feststellen

Schwerbehinderung feststellen

Schwerbehinderung feststellen

Feststellung Schwerbehinderung

Schwerbehinderung feststellen – Die Feststellung einer Schwerbehinderung wird vom Versorgungsamt durchgeführt. Zuständige Versorgungsämter finden sich in jeder größeren Stadt und sind oft Teil eines größeren Verwaltungsgebäudes. Grundsätzlich muss man als betroffene Person selber den Antrag stellen, die Behörde wird nicht von sich aus auf einen zukommen. Anträge auf eine entsprechende Untersuchung können aber auch an die meisten anderen Sozialbehörden wie dem Arbeitsamt, der Krankenkasse oder der Rentenversicherung geschickt werden, damit diese alles an die zuständige Behörde weiterleiten.

Um die eigenen Gesundheitsstörungen dem Amt zu übermitteln, muss erst ein offizielles Formular ausgefüllt werden, das sämtliche Beeinträchtigungen nachfragt. Um diese Angaben zu untermauern, müssen entsprechende ärztliche Atteste und Unterlagen mitgeschickt werden. Der eigene Hausarzt empfiehlt sich hier als erste Ansprechperson. Wenn mehrere Beeinträchtigungen vorliegen, wird der GdB jeder einzelnen Behinderung zu einem Gesamtbeeinträchtigungswert hinzuaddiert.

Zu beachten ist, dass sämtliche beteiligten Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden müssen, damit sie dem Amt legal Auskunft über alle Behinderungen geben können. Je genauer die Angaben in den ärztlichen Unterlagen sind, desto größer sind die Chancen auf einen Erfolg. Außerdem ist es besser, gleich alle Unterlagen der ersten Sendung beigefügt zu haben, anstatt auf Bitten der Behörden einzelne Atteste zeitraubend nachzureichen. Als Antragssteller hat man auf jeden Fall eine Mitwirkungspflicht, daher sollten Anforderungen des Versorgungsamtes möglichst zeitnah erfüllt werden.

Die Behörden verwalten eine Liste verschiedener Behinderungen, denen jeweils ein GdB zugeordnet wird. Erst wenn dieser bei einer Person den Wert 50 überschreitet, gilt diese als behindert. Dazu mag eine einzelne Beeinträchtigung reichen, oder es können sich mehrere kleinere Einschränkungen zu einem entsprechend hohem Wert aufsummieren. Fast völlige Schwerhörigkeit hat z.B. einen GdB von 100, der Verlust des Kehlkopfes beträgt 70 bis 80 und ein Verlust der Nase 50. Leichtere chronische Beschwerden wie eine Harnwegsentzündung werden nur zwischen 0 und 40 Grad bewertet und reichen daher allein noch nicht für den Status einer Schwerbehinderung.

Da bereits das neunte Sozialgesetzbuch Behinderungen auch als Beeinträchtigungen geistiger und seelischer Funktionen definiert, dürfen psychische Erkrankungen bei der Feststellung eines GdB nicht unbeachtet bleiben. Die Feststellung der Schwere der Erkrankung nimmt hier ein Psychologe oder Psychiater vor. Allerdings ist das unter Umständen schwerer festzustellen als bei körperlichen Störungen und für die Betroffenen oft schwer nachzuvollziehen. Leichtere psychovegetative oder psychische Störungen werden mit einem GdB von 0 bis 20 beziffert, während psychische Störungen in Kombination mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten den erforderlichen Grenzwert von 50 teilweise deutlich überschreiten.

Der Gesamtgrad der Behinderung ist dann die Summe des GdB einer jeden einzelnen Einschränkung, sei sie nun körperlich, geistig oder seelisch. Dieser Gesamtgrad ist am Ende entscheidend bei der Einordnung der Behinderung einer Person, und es ist eben auch dieser Gesamtgrad, der am Ende auf dem Behindertenausweis steht und letztendlich darüber bestimmt, ob eine Person nun als schwerbehindert gilt oder nicht. Personen mit einem GdB von 30 bis 50 gelten zwar nicht als schwerbehindert, dürfen aber unter besonderen Umständen von der Agentur für Arbeit gleichbehandelt werden, wenn sich herausstellt, dass die betreffende Person ohne eine Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht bekommen oder behalten dürfte.

Der eigene GdB lässt sich auch rückwirkend korrigieren, wenn z.B. ein bestimmtes Leiden signifikant schlimmer geworden ist und das Alltagsleben stärker als vorher beeinträchtigt. Oder wenn eine neue, chronische Erkrankung hinzugetreten ist. Dieses nachträgliche Verfahren läuft genauso ab wie vorher, man reicht ein Antragsformular mit den entsprechenden ärztlichen Dokumenten ein. Zu beachten ist, dass ein Änderungsantrag auf Grundlage eines fehlerhaften Amtsbescheids innerhalb der nächsten zwei Jahre eingereicht werden sollte, andernfalls gilt die Feststellung des Amtes über den jeweiligen GdB als rechtens.

Gesetzlich ist das Versorgungsamt dazu verpflichtet, nicht mehr als sechs Monate bei der Bearbeitung eines Antrags zur Feststellung der Schwerbehinderung zu arbeiten. Andernfalls dürfen rechtliche Schritte gegen das betreffende Amt eingeleitet werden. Ist die betroffene Person, die den Antrag gestellt hat, gar erwerbstätig, verkürzt sich die Frist für das Amt rapide, und zwar auf drei Wochen. Das mag mit dem unbedingten, baldigen Schutz des Arbeitsplatzes einhergehen, der durch den Status einer Schwerbehinderung gewährleistet werden soll. Aber auch die Antragsteller unterliegen gewissen Fristen: Wenn das Amt nach einem Attest oder ärztlichen Gutachten verlangt, so darf man bei dessen Einholung nicht mehr als zwei Wochen verstreichen lassen. Auch hier gilt deswegen die Mitwirkungspflicht, kommt man dieser nicht ordnungsgemäß nach, fällt die Verantwortung für das Scheitern des Antrags auf die antragstellende Person zurück.

Eine Änderung des GdB nach oben ist sehr wahrscheinlich, wenn sich ein einzelner Zustand bei einer Person verschlechtert hat und dies ärztlich begutachtet und damit dem Versorgungsamt hinreichend belegt werden kann. In aller Regel darf der vorher festgelegte Gesamt-GdB nicht unterschritten werden, auch wenn einzelne GdB abgeändert werden dürfen. Nur wenn die Behörde von Amts wegen eine Änderung der Lebens- und Gesundheitsverhältnisse prüft, kann auch eine Senkung des GdB möglich sein. Aber auf Initiative der behinderten Antragssteller selbst ist nur eine nachträgliche Erhöhung, aber keine Senkung des Gesamt-GdB zu erwarten.

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