Probleme und Hilfe für Menschen mit Handicap

By | 23. Mai 2015
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Probleme bei Behinderungen

In Deutschland leben circa 8 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Hierbei wird grob zwischen körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen unterschieden. Probleme treten häufig im Alltag und nicht zuletzt aufgrund von immer noch existenten Vorurteilen gegenüber Menschen mit einem Handicap auf.

Eine Benachteiligung von Menschen mit einer Behinderung lässt sich besonders dann feststellen, wenn es um Barrieren physikalischer Art geht. Noch immer sind viele öffentliche Gebäude, Institutionen und vor Allem sanitäre Anlagen in Kinos, Kneipen oder Restaurants nicht behindertengerecht ausgestattet. Dieser Zustand erschwert ein weitgehend normales Leben für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung wie beispielsweise einer Querschnittslähmung enorm. Menschen mit einer Behinderung werden so systematisch ausgegrenzt und ein Teilhaben am sozialen Leben ist stets mit Hindernissen verbunden.

Zudem ist die Suche nach einer Arbeitsstelle für Menschen mit Handicap eine besonders große Herausforderung. Eine extreme Benachteiligung zeigt sich beim Thema Ausbildung und Schulbesuch. Oft wird es Menschen mit Handicap verwärhrt, eine reguläre Schule zu besuchen und dort einen adäquaten Abschluss zu erlangen. Mangelndes Wissen und fehlende Motivation stehen hier einem Fortschritt was die Integration angeht im Wege. Häufig wird eine Gleichberechtigung mit einer unbedingten Gleichheit verlangt.

Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung bekommen oft nicht die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu entfalten, sich zu bilden und ein strukturiertes Leben inmitten der Gesellschaft zu führen. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum Einen spielt die gesellschaftliche Ablehnung von beeinträchtigten Menschen eine Rolle, zum Anderen die Angst vor dem, was von der Norm abweicht. Des Weiteren ist immer häufiger zu beobachten, dass Behinderte überbeschützt werden und ihnen somit eine Entwicklung und Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten erschwert wird.

Der Grad zwischen Über- und Unterforderung ist oft sehr schmal. Ein bedeutendes Thema ist zudem auch das Recht auf Selbstbestimmung von Menschen mit Handicap. In der Regel wird ihnen die Endscheidung, was den Wohnort, die Arbeitsstelle oder auch die Urlaubsplanung angeht, abgenommen.

Außerdem wird immer wieder bemängelt, dass behinderte Menschen keinerlei oder zumindest nur wenig Mitspracherecht haben, wenn es um persönliche Betreuung oder Pflege geht. Diese spezielle Problematik betrifft insbesondere Menschen mit einer geistigen oder psychischen Beeinträchtigung. Hier wird nur in Einzelfällen ein Mitbestimmungsrecht gewährt. So zeigen sich Missstände und Hindernisse, welche auf ein fehlerhaftes Denken der Gesellschaft zurückzuführen sind.

Ein Mensch mit Down-Syndrom hat das selbe Recht auf Schulbildung, Ausbildung und ein normales Arbeitsleben wie ein geistig völlig gesunder Mensch. So hat auch ein körperlich beeinträchtigter Mensch diese Rechte. Zwischen Integrationsversuchen, Inklusion und Exklusion schwebend, führen die Bemühungen staatlicher Institutionen nicht zum gewünschten Ergebnis. Anstatt Menschen mit einer Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren, ihnen einen Platz zu schaffen, werden sie in speziellen Einrichtungen wie Sonderschulen, Wohnheimen und Werkstätten „geparkt“.

Allerdings ist eine totale Umstrukturierung in kürzerer Zeit reinste Utopie. Vielmehr sollte der Fokus auf dem Prozess liegen, welcher in den letzten Jahren in Gang gesetzt wurde, um Menschen mit Handicap nicht länger als schwächliche Randgruppe zu erleben, sondern als vollwertige und wichtige Mitglieder einer Gemeinschaft.

Verschiedenste Institutionen bieten Menschen mit einer Beeinträchtigung Hilfe und Unterstützung an. Diese Angebote erstrecken sich von der Hilfe bei Arbeitssuche, der Kooperation mit Behörden bis hin zur Unterstützung im täglichen Leben. Diese staatlichen, kirchlichen und oft auch gemeinnützigen Organisationen verfügen über Informationen, was Anrechte auf finanzielle Mittel angeht, beispielsweise Zuschüsse für notwendige Umbaumaßnahmen, sowie Möglichkeiten zur Rehabilitation und weiteren Gesundung. Vor allem Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung kommt Hilfe und Planung einer geregelten Tagesstruktur zugute. Menschen mit einer geistigen Behinderung werden im alltäglichen Leben und bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsmöglichkeiten unterstützt.

Hilfsangebote können in der Regel auch von den Angehörigen beeinträchtigter Menschen in Anspruch genommen werden. Neben den zuständigen städtischen Stellen stehen hier auch Krankenhäuser, psychiatrische Einrichtungen und kirchliche Institutionen wie die Caritas zur Auswahl. Einen besonderen Beitrag zur Integration und vollständigen Gleichberechtigung von Menschen mit einem Handicap leisten Vereine wie die Lebenshilfe und Bethel. Sowohl Menschen mit körperlichen als auch mit geistigen und psychischen Behinderungen finden hier Hilfe und Beratung in allen Lebenslagen. Mehrere Internet Portale bieten Informationen über behindertengerecht ausgestattete Gaststätten, Veranstaltungen und Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Freizeitgestaltung. Fragen bezüglich der rechtlichen Lage in Streitfällen mit Ämtern, Arbeitgebern oder Vermietern können von sozialpädagogisch ausgebildeten Fachkräften und Rechtsanwälten beantwortet werden.

Obwohl die Entwicklung was Gleichberechtigung und Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung betrifft in die richtige Richtung geht, ist noch vieles zu ändern und zu verbessern. Öffentliche Gebäude wie Ämter, Gaststätten, Bahnhöfe und Kinos sollten weitestgehend behindertengerecht umgebaut werden um eine Ausgrenzung zu umgehen. Des Weiteren müssen bestehende Vorurteile abgebaut werden. Eine Reform des Schulsystems und eine Wendung auf dem Arbeitsmarkt sind in jedem Fall nötig.

Hier setzen besondere Projekte den ersten Stein. Gehörlosen Menschen konnte beispielsweise durch relativ simple Umbaumaßnahmen eine adäquate Ausbildung in Betrieben wie Blumenläden oder KFZ-Werkstätten ermöglicht werden. Die Kosten hierfür wurden zum Teil vom Staat und von einer gemeinnützigen Organisation übernommen. Zu bedauern ist außerdem, dass sportlichen Veranstaltungen wie den Paralympics auch heute noch in führenden Medien viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Allem voran ist das Recht auf Selbstbestimmung und das Recht auf Würde keinesfalls außer Acht zu lassen. Erst dann, wenn Menschen mit einer Beeinträchtigung nicht mehr als bemitleidenswerte, hilfsbedürftige Minderheit angesehen werden, kann eine zu friedenstellende Integration in die Gesellschaft erfolgen.

Eine positivere Grundhaltung zu dieser Thematik ist unbedingt erforderlich. Modelle wie integrative Kindergärten können hier als Beispiel genannt werden. Die Zusammenführung von Kindern ohne besondere Beeinträchtigung und Kindern mit einem Handicap hilft, bestehende Ängste abzubauen und Vorurteilen entgegen zu wirken. Zudem werden Kinder mit einer Behinderung früh in eine Gemeinschaft integriert, in welcher ihre Behinderung nicht im Vordergrund steht und sie nicht auf diese reduziert werden. Eine Entfaltung der Persönlichkeit, die Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und deren Förderung stehen hier im Mittelpunkt. Soziale Kontakte können so viel leichter gepflegt werden. Außerdem lernen Kinder ohne eine besondere Beeinträchtigung durch dieses Modell und durch den intensiveren Kontakt mit behinderten Kindern, Unterschiede zu akzeptieren und auf Gemeinsamkeiten aufzubauen.

Die vollständige Integration von Menschen mit Behinderungen jeglicher Art ist sicherlich kein simples Unterfangen, welches in einem bestimmten Zeitraum abgehakt werden kann. Vielmehr muss eine Entwicklung entstehen, die im Idealfall eine totale Gleichstellung trotz enormer Unterschiede zur Folge hat.

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