Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

By | 24. Januar 2017
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Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Merkzeichen im Behindertenausweis

Merkzeichen im Behindertenausweis

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis – Der Schwerbehindertenausweis ist ein Pass, den man mit einem GdB von über 50 zwar beantragen kann, aber nicht zwingend beantragen muss. Er ist nur dann von Nutzen, wenn man die Nachteilsausgleiche für Schwerbehinderte nutzen will und sich dafür entsprechend ausweisen muss, beispielsweise für eine kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Es gibt noch viele weitere Vergünstigungen für Schwerbehinderte, die mit einem Ausweis zugänglich werden. Entsprechend lange Listen findet man bei den zuständigen Behörden. Welche Nachteilsausgleiche für welche Person gültig sind, ergibt sich aus den einzelnen Merkzeichen im Ausweis, siehe unten. Denn längst lassen sich nicht alle Ausgleiche auch nutzen, nur weil man einen entsprechenden Ausweis über Schwerbehinderung vorzeigen kann.

Man kann einen Schwerbehindertenausweis ebenfalls beim Versorgungsamt beantragen, alternativ beim Landesamt. Für einen Antrag muss man natürlich nachweislich einen Gesamt-GdB von über 50 haben sowie ein Antragsformular ausfüllen und hinschicken. Manche Ämter bieten inzwischen eine Beantragung online an.

Die Gültigkeit eines Schwerbehindertenausweises beträgt fünf Jahre. Man kann ihn zweimal ohne zusätzliche Formalitäten beim Amt verlängern lassen, nach Ablauf des dritten Zeitraums muss er dann noch einmal völlig neu beantragt werden. Nur Personen, bei denen eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes auch auf Dauer nicht zu erwarten ist, erhalten einen unbefristeten Ausweis. Es ist ratsam, einen Antrag auf Verlängerung des Ausweises etwa drei Monate vor Ablauf des offiziellen Gültigkeitszeitraumes zu stellen.

Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis

Auf einem Schwerbehindertenausweis können folgende Merkzeichen als Abkürzung für die Art der Behinderung abgedruckt sein:

G = erheblich gehbehindert

aG = außergewöhnlich gehbehindert

Gl = gehörlos

H = hilflos

Bl = blind

RF = Ermäßigung von Rundfunkgebühren

B = Mitnahme einer Begleitperson möglich, aber nicht vorgeschrieben

1. Kl. = 1. Wagenklasse der Deutschen Bahn darf unter Umständen auch mit einem Fahrausweis für die 2. Klasse genutzt werden

VB = Versorgungsberechtigung nach Soldatenversorgungsgesetz oder anderem Nebengesetz

EB = Verminderte Erwerbsfähigkeit von wenigstens 50, Person erhält Entschädigung

Ein Schwerbehindertenausweis stellt jedoch nicht automatisch einen Freifahrtsschein für alle öffentlichen Verkehrsmittel dar. Es gibt grüne und grün-orangene Ausweise. Nur Personen mit grün-orangenen Ausweisen haben derart äußerst schwerwiegende Beeinträchtigungen, die eine unentgeltliche Beförderung rechtfertigen. Das können Personen mit den Merkzeichen H (hilflos) oder Bl (Blind) sein. Sie können beim Versorgungsamt kostenlos Wertmarken bekommen, die eine unentgeltliche Beförderung rechtfertigen. Es gibt solche Wertmarken für das halbe und das ganze Jahr. Schwerbehinderte, die keine entsprechenden Merkzeichen vorweisen können, dürfen zwar auch Wertmarken beim Amt holen, müssen aber dafür 36 Euro für eine Halbjahres- und 72 Euro für eine Ganzjahresmarke bezahlen. Es bleibt in diesem Fall Abwägungssache, ob man so viel Geld für ein halbes oder ganzes Jahr bezahlen möchte, wenn man nur wenig Bedarf an Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr hat. Fährt man dagegen fast jeden Tag mit dem Bus oder der Straßenbahn, ist auch eine kostenpflichtige Wertmarke in relativer Hinsicht äußerst günstig.

Eine vollständige Befreiung von der Rundfunkgebühr ist nur dann möglich, wenn man taubblind ist. Dafür muss man per Definition auf dem besseren Ohr fast taub und dem besseren Auge fast blind sein, und beides muss gleichzeitig und dauerhaft zutreffen. Die Taubblindheit kann durch ein ärztliches Gutachten, eine Bescheinigung des Versorgungsamtes oder die beiden Merkzeichen Bl und Gl bestätigt werden. Ebenso sind Empfänger von Blindenhilfe sowie Sonderfürsorgeberechtigte nach §27 des BVG berechtigt, von der Rundfunkgebühr gänzlich befreit zu werden. Eine Ermäßigung des Rundfunkbeitrags auf 5,83 Euro im Monat ist möglich, wenn das Merkzeichen RF zuerkannt wurde aufgrund erheblicher Defizite beim Hören und Sehen, die jedoch an völlige Taubheit oder Blindheit noch nicht heran reichen.

Genauso wie bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel als auch der Befreiung von der Rundfunkgebühr gilt bei der Nutzung von Behindertenparkplätzen: Ein Schwerbehindertenausweis alleine reicht noch nicht für eine Berechtigung, den Parkplatz nutzen zu dürfen. Es müssen auch hier erst ganz bestimmte Merkzeichen anerkannt sein, damit das möglich ist. Im Falle des Behindertenparkplatzes sind das Personen mit den Merkzeichen aG (außergewöhnlich gehbehindert) oder Bl (blind). Kurzum dürfen nur Menschen, die sich außerhalb ihres Fahrzeugs nur mit großer Mühe fortbewegen können, auch den Behindertenparkplatz nutzen. Jedoch reicht auch ein Schwerbehindertenausweis mit den entsprechenden Merkzeichen nicht aus, um sich korrekt auszuweisen. Es braucht dazu noch einen blauen Ausweis, der die Ausnahmeregelung explizit formuliert. Autopannen oder vorübergehende Einschränkungen wie Gipsbeine gelten nicht als Berechtigung, einen Behindertenparkplatz nutzen zu dürfen.

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